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Fahrbericht: Volvo XC60 - wohlig und spritzig zugleich

Randolf Leyk 17. September 2018 14:21

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    Bisher eine Erfolgsgeschichte für Volvo – der XC60: Auch die zweite Generation hat die Voraussetzungen, um an den Erfolg anzuknüpfen. —Foto: Randolf Leyk

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    Volvo XC60: Auch von hinten eine sportliche Ansicht. Foto: Randolf Leyk

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    Volvo XC60. Foto Randolf Leyk

Marl Der XC 60 ist für Volvo eine echte Erfolgsgeschichte. In zehn Jahren avancierte das Modell zum meistverkauften Mittelklasse-SUV Europas im Premium-Segment. Mehr als eine Million Mal wurde das Fahrzeug produziert. Wir konnten die zweite Generation 14 Tage lang testen.

Vorweg: Der neue XC60 könnte die Erfolgsgeschichte weiterschreiben, wenn auch beim Blick auf die Preisliste schon mal geschluckt werden darf. Dafür wartet aber auch bereits in der Linie Momentum eine üppige Serienausstattung, die von Leichtmetallfelgen über diverse Assistenzsysteme bis zu LED-Scheinwerfer und ein Infotainmentsystem mit 330 Watt reicht. Nachahmenswert: Die Scheibenwaschdüsen sind direkt in die Wischerblätter integriert – das sorgt für optimale Reinigung der Frontscheibe.
Optisch sieht der XC60 sehr schnittig aus, das Design ist gradlinig und modern. Mittlerweile haben auch dort in der markanten Frontpartie die T-förmigen Tagfahrleuchten mit charakteristischem „Thors-Hammer“-Motiv Einzug gehalten.

Das Ladevolumen beträgt 505 Liter (635 Liter einschließlich des zusätzlichen Fachs im Kofferraumboden) und lässt sich durch das Umklappen der Rücksitzlehnen auf bis zu 1432 Liter erweitern. Legt man die Sitze nicht um, könnte aus Urlaubersicht hinten etwas mehr Platz vorhanden sein. Denn die Heckpartie senkt sich schräg nach hinten ab, sodass beim Kofferpacken schon ein wenig „Tetris-Spiel-Erfahrung“ aus jüngeren Tag von Vorteil wäre, um für eine vierköpfige Familie alle Elemente zu verstauen.

Heck lässt sich zum Beladen absenken

Äußerst komfortabel hingegen ist, dass in Verbindung mit dem luftgefederten Fahrwerk das Heck für ein einfacheres Be- und Entladen um bis zu fünf Zentimeter abgesenkt werden kann. Das schont den Rücken und erleichtert tatsächlich das Befüllen des Kofferraumes.
Auf der Straße präsentiert sich die zweite SUV-Generation sehr komfortabel. Das Fahrwerk schluckt kleine und größere Unebenheiten auf der Straße problemlos. Das Fahren wird dabei zum entspannten Erlebnis. Ein Erlebnis ist auch die Verarbeitung. Die Nähte bei unserer Lederausstattung waren exakt gesetzt, das gesamte Cockpit präsentiert sich sehr hochwertig. Angesichts des Premiumanspruchs dürfen Käufer dies aber auch erwarten. Dass ein abschließbares Handschuhfach mit 40 Euro extra zu Buche schlägt, kann eigentlich nur ein Druckfehler in der Ausstattungsliste sein.

Teilautonomes Fahren bis 130 km/h

Optional gibt es den „Pilot Assist“ für teilautonomes Fahren bis 130 km/h. Die Hände müssen zwar am Lenkrad und die Augen offen bleiben – doch gerade in Situationen mit zäh fließendem Verkehr sorgt der Assistent für Erleichterung. Das Geartronic-Achtgang-Automatikgetriebe arbeitet sauber, hält die Drehzahlen niedrig und sorgt so für mehr Ruhr im Innern – laute Motorengeräusche sind uns selbst bei höheren Geschwindigkeiten nicht aufgefallen. Rund 2,5 Tonnen wiegt der neue XC 60. Das ist in der Beschleunigung spürbar, vor allem, wenn das Fahrzeug voll beladen ist – trotz der 235 PS. Die semi-elektrische Anhängerkupplung in unserem Testwagen konnten sogar Kleinkinder bedienen. Ein Knopfdruck und diese schwingt heraus.

Einfaches Bedienkonzept

Das Bedienkonzept ist ebenso einfach zu verstehen und folgt im Volvo XC60 denen anderer Modelle. Der Touchscreen in der Mitte funktioniert wie ein Tablet. Hierüber werden alle Komfort- und Unterhaltungsdienste bedient. Auch sonst ist das Ambiente im Innenraum frisch und modern mit skandinavischem Einfluss. Ein Tipp für alle, die noch ein paar Euro für Extras übrig haben: Das Glasschiebedach ist 50 Prozent größer als im Vorgängermodell und sorgt für ein noch opulenteres Raumgefühl – vor allem im Fond.
 
Volvo XC 60 D5
AWD Inscription


Motor/Getriebe: Verbaut ist ein überaus leistungsstarker 2,0-Liter-Reihenvierzylinder mit Bi-Turbolader und 235 PS, Geartronic-Achtgang-Automatikgetriebe, Start-Stopp-System sowie Allradantrieb. Maximales Drehmoment: 480 Nm bei 1750 bis 2250 Umdrehungen. CO2: 152 g/km, Abgasnorm: Euro 6d Temp.

Leistung: Höchstgeschwindigkeit 220 km/h. Von 0 auf 100 km/h: 7,2 Sek. Angegebener Verbrauch: ca. 5,8 Liter Diesel (kombiniert). Wir haben während des Tests 7,7 Liter im Mix verbraucht (sehr sportlich gefahren). Über Land waren es etwas weniger als sechs Liter (5,4 Liter angegeben), in der Stadt kamen wir auf gut zehn Liter. Anhängelast bis zu 2400 kg.

Karosserie: Länge 4,69, Breite 2,12 (mit Spiegeln), Höhe 1,66 Meter. Gepäckraumgröße 505 bis 1432 Liter. Leergewicht 2051 kg.

Preise: In der Grundausstattung gibt es den XC60 ab 41.400. Der D5 AWD (also Allrad) kostet in der Ausstattung Inscription ab 58.650 Euro Listenpreis. Unser Testwagen lag inklusive Extras wie z. B. Glasschiebedach, Infotainment-System, Standheizung, adaptivem Luftfahrwerk, Lichtpaket und Parkkamera bei 81.630 Euro.

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