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Seltsames Studenten-Volk: Solche Typen trefft Ihr nur auf dem Campus

Annika Mittelbach 02. März 2018 10:07

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    An diesem Ort kommen alle zusammen. In der Uni-Mensa setzen sich Philosophen auch neben die Sportwissenschaftler, um sich über die Qualität des Hähnchenschnitzels zu unterhalten.

Vorurteile und Klischees gibt es nicht ohne Grund. Sie entstehen, weil einfach ein großer Teil einer Menschengruppe ihnen entspricht. Und sie erleichtern unser alltägliches Leben, denn durch sie müssen wir nicht jede soziale Situation neu abwägen. Damit wären wir viel zu beschäftigt und kämen gar nicht mehr dazu, in irgendeiner Art und Weise zu handeln. Doch wir kennen unsere Pappenheimer. Und deswegen wissen wir, wie wir mit ihnen umgehen müssen. Gerade an Universitäten bestätigen sich Vorurteile allzu häufig, wenn es darum geht, Studierende ihren Studiengängen zuzuordnen. Hier kommt eine kleine vorurteilsbehaftete und augenzwinkernde Kommilitonen-Übersicht für alle, die jetzt oder demnächst an die Uni müssen.

Juristen
Juristen sind wirklich einfach zu erkennen – und das schon von Weitem. Abgesehen davon, dass sich 90 % der Juristen besser kleiden als der Rest der Studierenden, erkennt man sie in erster Linie an den Büchern, die sie schleppen. Die sind nämlich so dick, dass sie Träger an den Seiten angenäht haben. Ich frage mich immer, ob sie die Bücher wirklich benutzen oder einfach nur tragen, damit sie von ihresgleichen erkannt werden. Juristen fahren zudem häufig mit dem eigenen Auto zur Uni (oder mit dem von Mama und Papa) und müssen nicht auf jeden Cent achten, sodass sie sich großzügig auch einen Nachtisch zum Mensa-Essen dazu nehmen können. Frei nach dem Motto: Was kostet schon die Welt?

Informatiker
Der erste Kontakt mit Informatikern ist, wie gar keinen Kontakt zu haben. Der Blick geht immer an dem eigenen ein Stück weit vorbei. „Kann ich dir helfen?“ Nein. Statt zu fragen, irren sie lieber selber allein über den Campus und machen alles mit sich selbst aus. Ihr Kleidungsstil ist eher dunkel gehalten und funktional. Gemütlich ist wichtiger als stylish. Dabei ist es bei Weitem nicht so, dass Informatiker keine Freunde haben. Sie bleiben nur einfach lieber unter sich. Man trifft den Informatiker also entweder verschüchtert und alleine oder in einer großen Gruppe mit fast exakt gleich gekleideten Freunde, die gemeinsam nervige Witze vom Stapel lassen.

Theaterwissenschaftler
Bunte Haare, fragwürdiges Outfit? Zugegeben, da könnten mehrere geisteswissenschaftliche Studiengänge drunter fallen. Doch meistens sind die Theaterwissenschaften bei so einem Style nicht weit entfernt. Weite Kleider, bunte Farben, das Haarnest der vergangenen zehn Nächte – das gehört einfach dazu. Unkompliziert und gleichgültig, dabei steckt bei vielen wahrscheinlich viel Arbeit dahinter, so gleichgültig chaotisch auszusehen.

Sportwissenschaftler
Mit Jogginghose zur Uni? Na klar! Das ist das Standardoutfit der Sportwissenschaftler. Zumindest der männlichen. Ihre weiblichen Kollegen sehen in ihrem Style eher aus wie Juristinnen. Die Sportwissenschaftler allerdings erfüllen ebenfalls das Klischee. In der Regel sind sie gut durchtrainiert, aber nicht aufgepumpt. Sie sehen aus, als seien sie gerade aus der Bravo gehüpft. Zerzauste, aber trotzdem gepflegte Haare und einfach schön anzusehen – nur mehr dann meistens leider auch nicht. Sie sind eher die coolen Kids, die wenig inhaltlichen Mehrwert schaffen können. Gut aussehen, aber bitte Klappe halten!

Philosophen
16. Hochschulsemester, Bachelor, noch keine Hausarbeit geschrieben? Das klingt ganz nach einem verpeilten Philosophie-Studenten. Sokrates und Co. haben ihre Gedanken schließlich auch nicht in zwei Semestern geordnet, sondern sich ordentlich Zeit gelassen. Schließlich gibt es aber auch so viel Interessantes neben der Uni und den Seminaren, das Aufmerksamkeit verdient. Philosophen sind also in der Regel ein bisschen gechillter und langsamer, aber immer gern zu Streitgesprächen und ziellosen Konversationen bereit. Man trifft sie in der Regel auf Wiesen, mit Hippie-ähnlichen Klamotten und den großen Fragen des Lebens auf dem Herzen.

Natürlich sind das nur überspitzte Beispiele und die Ausnahmen bestätigen immer noch die Regel. Doch spielt das Spiel vielleicht mal selber auf dem Campus! Setzt Euch eine Weile hin und beobachtet die Studierenden! Und ich wette mit Euch, Ihr habt relativ schnell raus, wer zu welchem Studiengang gehört.

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