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Chris fliegt nach Australien: Reisen mit Menschenverstand

Chris Riedel 19. Juni 2018 10:40

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    Chris hat den „Aufnahmetest“ schon bestanden und schafft es, den roten Kontinent auf der Karte zu zeigen.

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    Noch ein Abschiedsfoto mit Freund Kamil (l.), der sich schon in Schale geschmissen hat: „Australien“-Shirts für den zukünftigen Work-and-Traveller Chris (r.)

Teil 1 Es ist zwar noch nichts gepackt, aber die meisten Vorbereitungen, gerade die organisatorischen, sind erst mal abgeschlossen. Visum beantragt, Flüge gebucht, Abschiedsfeier geplant. Alles schon erledigt. Warum das Ganze? Bald startet für mich mal wieder ein waghalsiges Abenteuer, denn ich werde Herten verlassen, um ein Jahr in Australien zu verbringen.

Nach meinem viermonatigen Aufenthalt in Neuseeland im Jahr 2016 – Scenario hatte in dieser Reihe auch darüber berichtet – hat mich nun noch mal das Reisefieber gepackt. Und da man ein Work-and-Travel-Visum nur ein einziges Mal im Leben pro Land bekommt, muss ich nun eben nach Australien umschwenken. Natürlich werde ich trotzdem Neuseeland noch einen Besuch abstatten. Ich muss schließlich noch ein paar Sachen nachholen, die ich damals nicht schaffen konnte. Aber ich habe mir sagen lassen, dass Australien ebenso schön sein soll wie Neuseeland. Nur auf eine ganze andere Art und Weise.

Was mich nun aber tatsächlich dort unten erwartet, wie die Reiseroute verlaufen wird und in welchem Bereich ich dort arbeiten werde, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen und dies wird sich auch vor meiner Abreise wahrscheinlich nicht ändern. Ich werde so ziemlich alles vor Ort erledigen. Einen Job suchen, ein Auto kaufen und dann im Laufe eines Jahres den gesamten roten Kontinent unter die Lupe nehmen.

Viele meiner Freunde sagen oft: „Was, da willst du hin? Aber da gibt’s doch so viele Spinnen und Schlangen und Haie und allerlei andere Tiere, die einen buchstäblich umbringen möchten …“. Das ist auch erst mal weitgehend richtig. Im Gegensatz zu Australien ist Neuseeland wirklich sehr ungefährlich und im Gegensatz zu einem Hai wirkt ein kleiner Kiwi dann doch eher harmlos und vor allem süß. Aber letztendlich wird nie so heiß gegessen, wie gekocht wird.

Mir wird schon nichts passieren…

Es stimmt natürlich. Die giftigsten und gefährlichsten Tiere unseres Planeten sind in Australien beheimatet. Aber mit ausreichend Vorsicht und einem Hauch gesundem Menschenverstand werde ich es hoffentlich schaffen, ohne große Verletzungen und vor allem lebend nach einem Jahr wieder zurückzukommen. Ganz ehrlich, wer dort schwimmen geht, wo auf einem Schild gewarnt wird, dass es Krokodile gibt, ist selbst schuld, wenn dann urplötzlich tatsächlich ein Krokodil auftaucht. Solche Situationen versuche ich natürlich zu vermeiden. Mir wird schon nichts passieren…

In Kürze geht es dann offiziell los. Mein Flugzeug startet in Frankfurt und bringt mich nach einem vierstündigen Zwischenstopp in Dubai direkt nach Sydney. Wie auch beim letzten Mal fliege ich wieder mit einer Organisation. Dies ist zwar unterm Strich ein bisschen teurer, als wenn man alles selber organisiert, aber der Service vor Ort hat mich beim letzten Mal so überzeugt, dass ich mich jetzt wieder dazu entschieden habe, auf die gleiche Weise mein Abenteuer anzugehen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass mein ganzer Aufenthalt dort von A bis Z durchstrukturiert ist. Lediglich die ersten paar Tage sind durchorganisiert: mit Infoveranstaltungen und anderen wichtigen Dingen. Es gibt Informationen zu den Themen Steuernummer, Kontoeröffnung, SIM-Karte – und natürlich auch ein paar praktische Reisetipps. Danach ist man aber auf sich alleine gestellt. Die ersten paar Tage werde ich vermutlich in Sydney verbringen. Ich muss mir ein Auto zulegen und auch noch einen guten Job finden. Meine erste Station, nachdem ich Sydney verlassen habe, wird vermutlich Newcastle an der Ostküste sein. Warum? Keine Ahnung…

Wohin der Weg führt, wird sich also zeigen. Was nun noch übrig bleibt, ist die Vorfreude: Freude über ein ganzes Jahr voller neuer Eindrücke. Aber natürlich auch die eine oder andere Träne beim Gedanken, meine Familie und Freunde zu verlassen. Aber die Zeit wird vermutlich wie im Flug vergehen. Ganz ehrlich, was ist schon ein Jahr?!
Chris Riedel (24, Herten) kennen vielleicht noch einige von früher. Vor zwei Jahren berichtete er bei uns von seinem viermonatigen Aufenthalt in Neuseeland. Nun geht’s länger am Stück weg: Ein Jahr will Chris als Work-and-Traveller durch Australien reisen. Bei Scenario erzählt er jetzt also von seinen Erlebnissen auf dem roten Kontinent.

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