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Clea in Neuseeland: Ed, die Gondel und das Mädchen

Clea Kleffmann 16. April 2018 11:59

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    Queenstown von oben kann sich sehen lassen.

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    Der Name ist Programm: „Dieser See lässt das Wasser so extrem reflektieren, dass ich alles doppelt sehe. Unglaublich faszinierend!“, schwärmt Clea von dem Mirror Lake.

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    Gruppenbild mit Ed Sheeran: Clea freut sich über die gemalte Wand und aufs Konzert des Megastars.

Teil 8 Es geht mal wieder los. Johanna, Verena und ich sind gerade im Auto – auf dem Weg nach Christchurch in die Innenstadt zum Bus-Stopp. Wir fahren gleich sechs Stunden Bus, um nach Dunedin zu fahren. Im Vorfeld haben wir aber schon gehört, dass die Strecke dahin ziemlich voll sein wird. Superstar Ed Sheeran hat sich nämlich angekündigt.

Wir probieren es trotzdem. Und sitzen nun also im Bus. In den übrigens wirklich keiner mehr reinpasst und irgendwie kommen wir auch nur durch Stopp-and-Go voran. Wobei Stopp-and-Go hier eine ganz andere Bedeutung hat als in Deutschland, da die meisten Straßen hier sowieso nur Landstraßen und einspurig sind. Zwischendurch halten wir einen kleinen Small Talk mit den Sitznachbarn und immer taucht nur eine Frage auf: „Und? Geht ihr auch auf das Ed Sheeran-Konzert?“ So gut wie jeder, der in dem Bus sitzt, ist hier, um Ed Sheeran zu sehen. Genauso wie wir.

Endlich kommen wir an und es geht los zum Hostel, das mitten in der Innenstadt liegt. Wir wussten zwar, dass wir drei nicht in einem Zimmer schlafen können, weil in Dunedin, wegen Ed Sheeran, schon im Herbst alles ausgebucht war. Allerdings – das erklärt uns gerade der Rezeptionist – stauen wir nicht schlecht, dass Johanna und ich in einem 12-Bett-Zimmer schlafen werden. Verena hat Glück und das Sechs-Bett-Zimmer erwischt. Öfter mal was Neues für mich! Trotzdem ist die Nacht nicht so schlimm wie befürchtet. Keiner hat geschnarcht…

Nach dem Frühstück am nächsten Tag gehen wir die Stadt erkunden. Es ist irgendwie schon richtig niedlich, zu sehen, dass die ganze Innenstadt von Dunedin extra für Ed Sheeran geschmückt worden ist. Die Leute hier haben den Megastar auf die Wände gemalt, alles ist bunt und in jedem Café und Restaurant spielt man nur seine Musik.

Abgesehen davon ist Dunedin eine richtig schöne Stadt. Hier gibt’s sehr viele schöne alte Gebäude, und allgemein besteht die Stadt fast nur aus Studenten, da hier die älteste Universität Neuseelands ist. Bis jetzt ist Dunedin die schönste Stadt, die ich hier in Neuseeland gesehen habe. Ich fühle mich rundum wohl.

Leider haben wir heute nicht ganz so viel Zeit, um alles von der Stadt zu sehen, da wir ja heute Abend noch auf das Konzert gehen wollen. Also zurück ins Hostel und partybereit machen! Als wir wieder aufbrechen, überlegen wir kurz, wo wir hinmüssen, aber wir stellen fest: Man muss den Weg zum Stadion gar nicht kennen, überall sind Menschen auf den Straßen, die in eine Richtung laufen. Wir folgen. Johanna und ich kaufen uns auf dem Weg noch ein Ed-Sheeran-Konzert-T-Shirt und dann rein ins Stadion! Wir haben ziemlich gute Stehplätze und die Stimmung ist wirklich super.

Nach diesem Highlight erwartet uns ein weiteres. Wir reisen mit dem Bus weiter – fünf Stunden nach Queenstown. Queenstown erinnert mich an eine Winter-Ski-Urlaubs-Stadt. Hier sind sehr viele Touristen und man kann hier viele Outdoor-Aktivitäten machen. Queenstown ist eigentlich auch bekannt durch seine Extremsportarten wie Bungee-Jumping oder Skydiving.

"Sie hat den gleichen Rucksack"

Wir schauen uns jetzt auf jeden Fall erst einmal die Stadt an und gehen etwas essen, denn ich habe echt Hunger. Und danach geht’s in die Höhe. Wir fahren mit der Gondel, um die Stadt von oben anzugucken. Queenstown von oben: So wunderschön! Aber auch „von unten“ macht sich die Stadt gut, wir spazieren viel am Wasser entlang und sind alle drei sehr entspannt. Auf dem Rückweg zum Hostel stupst mich Verena an: „Guck mal, Clea, das Mädchen hat den gleichen Rucksack wie du.“

Als ich mich nach dem Mädchen umdrehe, fasse ich es nicht. Es ist nämlich Melina, die ebenfalls in Recklinghausen wohnt – in Begleitung ihres Freundes Paul. Wir müssen alle lachen und beschließen, gemeinsam in eine Bar zu gehen, um diesen Zufall zu feiern und zu quatschen – darüber, was wir denn so in den ganzen Monaten gemacht haben. Denn die beiden waren für sieben Monate in Australien und sind jetzt noch in Neuseeland, um hier ein wenig umherzureisen. Zufälle gibt’s…!

Nach diesem wunderschönen Tag folgt ein nächster – Johanna, Verena und ich steigen wieder in den Bus, um nach Milford Sound, ein Fjord im Südwesten der Südinsel Neuseelands, zu fahren. Dort haben wir eine Tagestour mit einer Schiffsfahrt gebucht.

Der Busfahrer ist richtig nett und erzählt spannende Dinge über die verschiedenen Bäume, Berge und Seen, an denen wir vorbeifahren. Beim Mirror Lake machen wir einen Zwischenstopp. Dieser See lässt das Wasser so extrem reflektieren, dass ich alles doppelt sehe. Unglaublich faszinierend!
Und dann heißt es: Aussteigen aus dem Bus und in Milford Sound rauf aufs Schiff! Die Schiffsfahrt ist wirklich richtig schön. Wir staunen wegen der unglaublich tollen Wasserfälle und der atemberaubenden Landschaft, die unberührt aussieht. Und dann haben wir noch das Glück, Seehunde und Delfine beobachten zu können.

Vollgepackt mit diesen Eindrücken vom Tag reisen wir zurück nach Queenstown und müssen erst mal schlafen, denn morgen wartet wieder eine zehnstündige Reise auf uns: zurück nach Christchurch. 
Clea Kleffmann (19, Recklinghausen) lebt ein Jahr in Neuseeland auf der Südinsel. In der Stadt Governors Bay abeitet sie im Rahmen eines "Internationalen Jugendfreiwilligendienstes", kurz IJFD, in Living Springs. Das ist ein Abenteuercamp für Kinder und Jugendliche. Bei Scenario berichtet Clea von ihrem Abenteuer in Neuseeland.


 

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