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Clea ist zurück aus Neuseeland: "Irgendwann fliege ich zurück"

Clea Kleffmann 06. August 2018 10:04

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    Herzlich willkommen zurück, liebe Clea! Deine Freunde und Deine Familie haben Dich ja bereits schön in Recklinghausen empfangen. Und auch wir von der Scenario-Redaktion sind happy, dass Du gesund und munter zurück bist!

Letzter Teil Vergangene Woche bin ich nach einem langen Flug wieder gut in Deutschland gelandet. Meine Eltern hatten sogar eine Überraschungsparty für mich organisiert.

Mein Jahr in Neuseeland verging aber wirklich wie im Flug. Ich kann mich noch so gut daran erinnern, wie ich vergangenes Jahr, genau zu dieser Zeit, am Flughafen stand, alle verabschiedet und mein Abenteuer „Neuseeland“ gestartet habe.

Meine letzten Wochen in Neuseeland waren noch ziemlich schön. Meine Kolleginnen Anna, Nancy, Michelle, Johanna und ich sind für ein Wochenende zum Thermalbad Hanmer Springs gefahren. Das Lustige war eigentlich, dass Hanmer Springs unser erster Wochenendtrip in Neuseeland war – und nun eben auch der letzte. Wir haben dort eine Nacht in Annas Ferienhaus übernachtet, um in den „Hot Pools“ die Seele baumeln zu lassen.

Als wir zurückkamen, gab’s eine Überraschung: Meine Kollegen hatten ein Abschiedsessen organisiert. Besonders toll fand ich, dass wir das ganze Restaurant für uns hatten. Es kamen eine Menge Leute, Kollegen, Familienangehörige von unseren Kollegen und Freunde – extra für uns. Wir saßen alle gemütlich zusammen, haben eine Menge Pizza gegessen und uns ziemlich gut unterhalten. Trotzdem habe ich nicht so ganz realisiert, dass es sich bei dem Treffen um ein Abschiedsessen handelte. Erst als mein Chef John eine Rede für uns fünf Freiwillige hielt, habe ich langsam begriffen, dass es jetzt bald heißt: Abschied nehmen.

An jenem Abend haben meine Mitfreiwilligen Johanna, Verena, Michael, Martin und ich auch unsere Abschiedsgeschenke erhalten. Wir alle haben ein „Living Springs“-T-Shirt bekommen, da wir in meinem Projekt eine Uniform getragen haben und wir sie nicht vergessen sollten. Das Highlight des Abschiedsgeschenks aber war eine „Green Stone Kette“. Nach der maorischen Mythologie sagt die Form des Green Stones viel über den eigenen Charakter aus. Außerdem soll der Green Stone Glück bringen, aber nur, wenn man ihn geschenkt bekommt. Das Symbol meines Green Stones bedeutet Stärke. Ich war überrascht und stolz zugleich, als mein Chef John zu mir kam und sagte: „Clea, du bist viel stärker, als du denkst.“

Und dann kam er: der letzte Arbeitstag

An dem Tag nach dem Abschiedsessen hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Es war ziemlich komisch zu wissen, dass ich gerade alles zum letzten Mal machte. Mein letztes Frühstück in der Küche, das letzte Mal die Unterkünfte sauber machen oder mein letzter Lunch mit allen zusammen. Normalerweise hätten wir um 15 Uhr Feierabend gehabt, aber keiner von uns wollte an diesem Tag freiwillig gehen. Und so zogen wir das Ende des letzten Arbeitstages hinaus.

Danach hatten wir noch zwei freie Tage in Living Springs, die wir dazu nutzten, unsere Zimmer sauber zu machen und natürlich auch dazu, unsere Koffer zu packen.

Und dann kam er, der Tag, an dem wir endgültig allen Tschüss sagen mussten. Wir hatten die Verabschiedung eigentlich immer und immer wieder aufgeschoben und jedes Mal gesagt, dass wir ja noch ein bisschen bleiben, aber dann war es wirklich an der Zeit, goodbye zu sagen.

Besonders schön fand ich, dass alle meine Kollegen schon um sieben Uhr morgens in der Küche saßen, um uns zu verabschieden. Mein Kollege Andy hatte sogar noch eine Überraschung für mich. Andy arbeitet nämlich gerne mit Holz und so hat er mir ein selbst gemachtes Schneidebrett aus neuseeländischen Holzsorten gemacht. Das habe ich natürlich sofort in meinem Koffer gepackt.

Als wir uns richtig verabschiedeten, floss natürlich doch die eine oder andere Träne – und dann ging’s zum Flughafen. Wir mussten nämlich vor unserer Rückreise nach Deutschland noch zu einem dreitägigen Abschlussseminar auf die Nordinsel. Nachdem ich aber in Living Springs Abschied genommen hatte, fiel mir der endgültige Abschied von Neuseeland nicht mehr schwer.

Denn die Menschen in meinem Projekt und alle, die ich dort kennengelernt habe, haben mein Jahr in Neuseeland unvergesslich gemacht. Außerdem habe ich ja das Glück, dass Johanna und Verena, die in diesem Jahr zu unglaublich guten Freundinnen geworden sind, auch in Deutschland wohnen. Nie hätte ich damit gerechnet, dass meine Arbeitskollegen zu meiner zweiten Familie werden würden.

Ich bin zwar jetzt wieder in Recklinghausen, stehe aber immer noch im Kontakt mit allen aus Living Springs. Die Kollegen dort fragen schon, ob ich irgendwann zurückkomme und sie besuche. Da brauche ich aber auch gar nicht lange darüber nachzudenken. Natürlich werde ich das irgendwann machen.

Ich bin sehr froh, dass ich vor knapp zwei Jahren die Entscheidung getroffen habe, einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen. Aber noch mehr bin ich glücklich, dass ich ein ganzes Jahr in diesem wundervollen Projekt mit diesen tollen Menschen arbeiten durfte.
Clea Kleffmann (19, Recklinghausen) lebte ein Jahr in Neuseeland auf der Südinsel. In der Stadt Governors Bay arbeitete sie im Rahmen eines „Internationalen Jugendfreiwilligendienstes“, kurz IJFD, in Living Springs. Das ist ein Abenteuercamp für Kinder und Jugendliche. Bei Scenario berichtete Clea von ihrem Abenteuer in Neuseeland.

 

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