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Nina ist MarLeo-Preisträgerin: Durch den Wettbewerb zur echten Musikerin geworden

Alina Meyer & Kathi Lenger 04. September 2018 11:32

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    Die 17-jährige Nina ist MarLeo-Preisträgerin 2015/16. Wer den Musikwettbewerb in diesem Jahr gewinnt? Das ist völlig offen, die Bewerbungsphase läuft noch.

Es gibt sie überall. Eigentlich gehört jeder dazu. Zu den VIPs. Damit meinen wir allerdings nicht die „Very Important Persons“, die auf roten Teppichen rumstöckeln, sondern die „Very Interesting Persons“, die uns im Bus, an der Supermarktkasse oder im Schwimmbad begegnen. Wir stellen Euch bei Scenario junge Menschen vor, die ganz klar VIPs sind. Heute: Nina.

Wer singen kann und sich traut, bei Wettbewerben wie dem MarLeo in Marl mitzusingen, der sammelt Erfahrungen fürs Leben und für die Musikkarriere. Wer einen solchen Wettbewerb sogar gewinnt, dem öffnen sich Türen in die Musikszene. Diese Erfahrung hat Nina gemacht. Die 17-jährige Marlerin ist Preisträgerin des MarLeo-Wettbewerbs 2015/16 und profitiert heute sehr davon.

Der MarLeo ist der Förderpreis Jugendmusikkultur vom Förderverein des Lions Club-Marl-im-Revier. In diesem Jahr wird er zum dritten Mal an junge Musikerinnen und Musiker zwischen zwölf und 27 Jahren aus Marl, den umliegenden Nachbarstädten im Kreis Recklinghausen und Gelsenkirchen verliehen.
„Auf den Wettbewerb bin ich durch meinen Mentor Chris Kramer gestoßen“, erzählt Nina. „Ich habe die Hauptrolle in seinem Musical ,Die kleine Mundharmonika’ gespielt und er hat mich dann auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht.“

Ein bisschen so wie bei The Voice of Germany

Gesungen hat Nina eigentlich schon immer. Mit sechs Jahren hat sie Gesangsunterricht bekommen. Nina war mutig und bewarb sich bei MarLeo. Dann wurde sie zu den sogenannten Auditions in die Scharounschule nach Marl eingeladen: „Das ist ein bisschen so wie bei ,The Voice of Germany‘“. Dort entscheidet dann eine große Jury, wer den ersten, zweiten und dritten Platz belegt und wer den Publikumspreis bekommt.

„Die Entscheidung fällt schon an diesem Tag, aber die Teilnehmer erfahren erst Monate später bei der Gala, welchen Platz sie belegt haben. Ich habe mir zu dem Zeitpunkt aber keine großen Hoffnungen gemacht. Ich wollte einfach mal dabei gewesen sein.“

Bei den Auditions ist Nina gemeinsam mit einer vierköpfigen Band aufgetreten. „Sonst hätte ich Playback singen müssen und das wollte ich nicht.“ Die 17-Jährige kennt viele Musiker in Marl und hatte schnell vier Jungs zusammengetrommelt. Der damalige Pianist Gregor Lankeit spielt auch heute noch in Ninas Band „Fatpack“ Keyboard.

„Als ich dann die Einladung für die Gala im Theater Marl bekam, stieg bei mir die Aufregung. Da bin ich dann davon ausgegangen, dass ich den dritten Platz belegt habe. Als beim dritten Platz aber mein Name nicht fiel, ging mir wirklich die Flatter. Und als ich dann erfuhr, dass ich den ersten Platz und auch den Publikumspreis gewonnen habe, habe ich Tränen geweint vor Freude.“

Drei Lieder hat Nina mit der Band bei der Gala des MarLeos gesungen und noch einen weiteren Song mit der JBM Big Band. „Durch den Wettbewerb haben sich mir viele Türen geöffnet. Danach habe ich auch meine heutige Band ,Fatpack’ gegründet.“ Sie besteht neben Frontfrau Nina aus dem Gitarristen Max Borkenstein, Pianist Gregor Lankeit, Bassist Sebastian Kleeschulte und Schlagzeuger Felix Gorny.

„Wir haben bislang sehr viel gecovert, aber immer in unserem eigenen Pop- und Singer-Songwriter-Stil. Wir haben nie 1:1 die Lieder nachgespielt“, sagt Nina. Seit Kurzem produziert die Band auch eigene Songs. Die Texte schreibt Nina. „In meinen Songs geht es viel um Fernweh, denn das beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Aber auch Themen wie die Liebe und andere Dinge, die mich gerade beschäftigen, kommen darin vor. Wir singen nicht auf Deutsch, sondern auf Englisch. Nur leider bin ich mit meinem Englisch noch nicht zufrieden. Deshalb möchte ich nächstes Jahr nach dem Abi ein Jahr nach Australien gehen und dort eine Mischung aus Au-Pair und Work-and-Travel machen, um mein Englisch und auch meine Songtexte zu verbessern.“

Bald kommt ihre erste Single auf den Markt

Privat hört Nina am liebsten Elektro. Vor Kurzem hat sie mit dem Recklinghäuser Produzenten Patrick Wörner ihre erste Debüt-Single aufgenommen – ganz ohne Band. „Wir haben uns bislang noch nicht zu hundert Prozent auf einen Titelnamen festgelegt, aber feststeht, dass der Song Mitte September bei iTunes und Spotify erhältlich ist – unter meinen Künstlernamen ,Ninazo’. Auf diese Single bin ich unglaublich stolz und ich bin natürlich gespannt, wie sie ankommt.“

Mit anderen redet Nina wenig über die Musik und ihre große Leidenschaft, das Singen. „Ich habe leider schlechte Erfahrung mit Neidern gemacht. Die gibt es leider auch. Deshalb schäme ich mich manchmal sogar oder habe ich Angst, dass das, was ich mache, arrogant rüberkommt. Ich glaube aber, dass ich mit der Zeit lerne, damit umzugehen, und ich dieses Gefühl ablegen kann. Irgendwann ist es mir hoffentlich egal, was andere denken.“

Jetzt möchte sich Nina erst einmal auf ihre Band konzentrieren. „Ich möchte noch mehr eigene Songs schreiben und auch Elektro-Songs produzieren. Ansonsten lasse ich alles auf mich zukommen. Man weiß nie, was kommt.“
Nina hat schon gewonnen. Jetzt könnt Ihr nachlegen. Die Bewerbungsphase beim MarLeo-Wettbewerb läuft. Die Auditions finden am 26. Januar 2019 statt, die Gala am 30. März. Dort wird auch Nina auftreten.
Infos über die Bewerbung und den MarLeo bekommt Ihr hier: www.marleo.info

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