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Sarah interviewt Fee: Die Jugend meiner Oma

Sarah Sobek 27. Mai 2019 11:26

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    Fee (l.) und Enkelin Sarah können nicht nur gut miteinander lachen, sondern haben sich auch viel zu erzählen. Danke an Fee für Deine offene Art und fürs Mitmachen bei dieser Reihe!

Glücklich ist, wer Oma und Opa hat. Wo Mama und Papa schon längst mit uns geschimpft hätten, drücken sie ein Auge zu. Sie hören uns zu, nehmen uns in den Arm und bei ihnen gibt’s oft Kaffee und Kuchen. Jederzeit können wir mit unseren Sorgen zu ihnen kommen: Sie wissen Rat, denn sie sind lebenserfahren. Jetzt sollen sie zu Wort kommen – hier bei Scenario. Unsere Jugendredakteure und Leser wollen wissen, wie „die Jugend ihrer Großeltern“ aussah. Heute befragt die 15-jährige Praktikantin Sarah Sobek aus Recklinghausen ihre 70-jährige Oma Fee.

Sarah: Was war Dein Lieblingsplatz und wie hat er sich im Laufe der Jahre verändert?
Fee:
Mein Lieblingsplatz war am grünen Teich. Wir haben früher in der ECA Siedlung in Röllinghausen gewohnt. Vor der Autobahn gab es einen grünen Teich und da mussten wir Kinder unsere Gänse hüten. Wir sind dann damals auch in den Teich gegangen, aber weil wir nicht schwimmen konnten, haben wir nur im Wasser geplanscht. Er war den ganzen Sommer über unser Freibad. Abends kam dann unser Vater, hat die Gänse eingesammelt und in eine Box gesteckt, dann sind wir nach Hause gegangen. Wie der Teich heute aussieht, weiß ich nicht, da ich schon lange nicht mehr da war.

Sarah: Wie hast Du Dir das Erwachsenwerden vorgestellt?
Fee:
Ach du meine Güte! Darauf habe ich in meiner Jugend keinen Gedanken verschwendet. Als ich dann älter war, habe ich mir über eine eigene Wohnung Gedanken gemacht, aber nicht ans Erwachsenwerden oder Kinderkriegen. Ich finde, Erwachsenwerden passiert einfach.

Sarah: Was war der schönste und was war der schlimmste Moment in Deinem Leben?
Fee:
In meiner Jugend war der schlimmste Moment, als mein Vater gestorben ist. Der schönste Moment war, als ich aus der Schule entlassen wurde, da ich ungern zur Schule gegangen bin. Ich mochte immer mehr die praktischen Arbeiten, wie im Garten helfen oder dekorieren. Generell war ich eher praktisch veranlagt und mochte Theoretisches nicht so, deshalb wollte ich auch Dekorateurin werden und habe nach der Schule die Lehre angefangen.
Der oder die schönsten Momente in meinem ganzen Leben war, als ich Deinen Opa geheiratet habe, das war 1967 – und die Geburt von Deinem Vater und Onkel. Am schlimmsten war für mich, als Dein Onkel gestorben ist.

Sarah: Wer war Deine erste Liebe und wie ist es gelaufen?
Fee:
Er war ein junger Mann, der auch als Dekorateur gearbeitet hat, aber es ist nicht so gut gelaufen. Doch die erste Liebe muss ja nicht die letzte sein. Ich habe dann später den Opa kennengelernt und er war dann meine große Liebe.

Sarah: Was wundert Dich an meiner Generation und hast Du Fragen an uns?
Fee:
Ich bewundere an Deiner Generation, dass Ihr so schön selbstständig seid. Ihr könnt machen, was Ihr wollt, immer in den Urlaub fahren und etwas unternehmen. Ihr seht mehr von der Welt. Und das finde ich so schön an Eurer Jugend. Wir hatten früher ein enges Umfeld, bestehend aus Schule, Haushalt und Familie. Alles spielte sich zu Hause ab, im kleinen Kreis. Es war ein Highlight, wenn wir in die Stadt gefahren sind, für Euch ist das selbstverständlich. Auch habt Ihr Computer und Internet, Ihr könnt Euch über alles schnell informieren. Einen Computer hätte ich früher auch gerne gehabt, ein Handy hätte ich nicht gebraucht, aber mit dem Computer wären viele Dinge leichter gewesen, wie zum Beispiel, an Informationen heranzukommen.

Was wisst Ihr über die Jugendjahre Eurer Großeltern? Nicht viel, oder? Das wollen wir ändern! Schreibt uns, wenn Ihr mit Oma oder Opa dabei sein wollt: scenario@medienhaus-bauer.de!

 

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