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Sina ist Geruchsmensch: Immer der Nase nach

Sina Dietz 07. August 2018 15:14

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    Praktikantin Sina erschnüffelt sich die Welt: auch die Scenario-Zeitungsseite rieche gut, sagt sie.

Der Duft jedes Menschen ist einzigartig. Wissenschaftler sagen, wir suchen uns unseren Partner nach dem Geruch aus. Riecht er gut – dann passt er auch zu mir. Liebe geht also nicht immer durch den Magen. Sollten wir im Alltag also mehr auf unsere Nase „hören“?

Einen Geruch, der mich oft hypnotisiert, ist der einer Tankstelle. Frischgezapftes Benzin tropft auf den Asphalt und steigt in meine Nasenhöhle. Jedes Mal trete ich dann mit der einen Frage im Kopf dem Kassierer gegenüber, ob er wohl auch nur wegen des Geruchs bei der Tankstelle arbeitet.

Doch nicht nur der Benzin-Geruch begeistert meine Nasenflügel. Immer wieder denke ich an den Frühling. Der Duft von blühenden Rosen schmeichelt meine Sinne. Ich kann wirklich jede Frau verstehen, die sich am Valentinstag über einen Strauß frischer Rosen freut. Mein Freund schenkt sie mir gerne mal zwischendurch. Einfach nur, um mich mal wieder zum Lächeln zu bringen, wenn der Rosen-Duft meine Nasenschleimhaut küsst.

Nur, weil ich gerne rieche, heißt es aber noch lange nicht, dass ich alles riechen mag. Schweißgeruch zum Beispiel treibt mich jedes Mal zur inneren Weißglut. Natürlich gibt es keinen Menschen, der nicht schwitzt, doch wozu hat Helen Barnett Diserens Ende der 1940er Jahre den Deo-Roller erfunden? Nicht dafür, dass Männer im Sommer ihren Schweißduft durch die Straßen ziehen! Davon habe ich nun wirklich die Nase voll. Mir stinkt auch der Geruch von Kernseife. Flüssige Seife mit Parfumzusatz ist in Ordnung. Aber das feste, leicht gelbliche Seifenstück nehme ich niemals in die Hand. Der Kernseifen-Geruch dreht mir meinen Magen um.

Anders geht es mir bei dem Duft von frisch gedruckten Zeitungen. Oder Büchern. Ein digitales Bücherregal, mit E-Readern und Co. ist nichts für mich. Da fehlt mir einfach der Geruch. Bücher müssen riechen – sonst geht das Feeling verloren.

Flughafen von Palma riecht ganz besonders

Gerüche finden wir überall auf dieser Welt. Vor ein paar Jahren war ich am Flughafen von Palma de Mallorca. Ich habe dort einen Geruch wahrgenommen, den ich bis heute nicht beschreiben kann. Andere Flughäfen riechen auch. Aber Palma riecht anders. Vielleicht sind es die Ballermann-Touristen, die auf dem Weg zum Gepäckband den halb vollen Sangriabecher verschütten. Vielleicht macht es die Mischung aus Sonne, Sand und Meer, die in der Luft von Palma liegt.

Wichtig ist nur, dass wir überhaupt was riechen. Wissenschaftler haben entdeckt, wenn man im Alter das Riechen verliert, könnte das ein Hinweis für Alzheimer oder Parkinson sein. Wir sollten unserem Geruchssinn also mehr vertrauen. Nicht selten ist die Nase meine persönliche Alarmanlage. Die Haltbarkeit von Milch oder Mortadella überprüfe ich grundsätzlich mit meinem Schnüffel-Organ.

Am allerliebsten rieche ich an Parfüms – und zwar die, die bereits auf die Haut gesprüht wurden. Ein Parfüm ist so vielseitig. Unser Körper verwandelt jeden Duft in ein Unikat. Weswegen ich beispielsweise mein Lieblingsparfüm auch lieber an meiner Mutter als an mir selber rieche. Unsere Nase ist auch ein Gewohnheitstier. Irgendwann riecht man sich selbst nicht mehr. Dann nützt es auch nichts mehr, ein besonders teures Parfum zu kaufen. Ist der Geruch einmal verschwunden, hilft es nur, ihn für eine lange Zeit nicht mehr zu benutzen. Zum Glück haben wir aber unendlich viele Gerüche, die unsere 30 Millionen Riechzellen verwöhnen. Immer der Nase nach!

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