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Interview mit Jan-Christian Zeller: Mehr als nur ein DJ

Lucas Kurth 26. Oktober 2018 11:12

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    Jan-Christian Zeller nur aufs Äußere zu reduzieren, wäre ein Unding. Der DJ fällt nicht nur wegen seiner Haarpracht auf, sondern auch mit seinem Sound, mit dem er die Partymeute zum Beben bringt.

Wenn im Club die Bässe wummern und Menschen ausgelassen zur Musik tanzen, ist er meistens in der Nähe: Jan-Christian Zeller. Der Moderator und DJ, der nie länger als fünf Tage am Stück Urlaub macht, stand uns Rede und Antwort. Dabei verriet er uns neben seinen besonderen Erlebnissen als DJ auch, ob er auch mal aufgeben wollte und warum immer seine Haare liegen.

Scenario: Wie bist Du dazu gekommen, DJ zu werden?
Jan-Christian Zeller:
Ich wollte gar nicht DJ werden, sondern Radio machen. Mit 15 Jahren habe ich in meiner Heimatstadt Warendorf beim Radio gearbeitet. Damals brauchten sie für eine Charts-Party einen Moderator. Radio ist der Ursprung von allem. Seit 2007, mit dem Start meiner Sendungen bei 1Live, lege ich auch als DJ auf.

Scenario: Wann hast Du gemerkt, dass Du als DJ professionell arbeiten kannst?
Jan-Christian: Der Schwerpunkt ist immer noch das Radio. Es ist die Basis für meine Bekanntheit im Sendegebiet von 1LIVE, dazu lege ich nur hier in der Region auf. Beim Start von 1LIVE Moving wurde mir klar, dass die Arbeit im Radio und als DJ funktioniert.

Scenario: Welcher Moment bleibt Dir in besonderer Erinnerung – positiv wie negativ?
Jan-Christian: Der seltsamste Moment war vor einigen Jahren bei einem Konzert von Rihanna in Oberhausen. Ich sollte das Warm-up machen. Pünktlich um 20 Uhr ging das Licht aus und ich stand auf der Bühne. Irgendwann gab mir ein Mitarbeiter ein Zeichen, dass ich aufhören sollte. Gesagt, getan. Nachdem ich von der Bühne gegangen bin, passierte für über 90 Minuten nichts. Sie kam einfach nicht. Die ersten Besucher sind dann nach einiger Zeit nach Hause gegangen. Schöne Momente gibt es viele, zum Beispiel auf der Aftershow-Party 1Live-Krone. Es kommt nicht häufig vor, dass man Lieder von Künstlern spielt, die vor dir auf der Tanzfläche sind. Die meisten finden es gut.

Scenario: Gab es auch Zeiten, in denen es nicht gut lief und Du aufgeben wolltest? Was hat Dir dann geholfen?
Jan-Christian: Ein Loch gab es nicht. Die Kommunikationswege sind andere. Ich bin mittlerweile im Radiostudio über WhatsApp erreichbar und kann mit den Hören kommunizieren. Beim Auflegen verändert sich die Anzahl der Großraumdiscotheken. Davon gibt es heute nicht mehr viele. Der Fokus liegt eher auf den kleineren Clubs, in denen ich auch sehr gerne auflege, weil die Stimmung besonders ist.

Scenario: Wie ist es, mit den aktuellen Topstars der Szene zusammenzuarbeiten?
Jan-Christian: Es ist immer noch aufregend, weil wir uns in einer besonderen Situation treffen. Im Radiostudio unterhält man sich auch über ernstere Sachen. Dazu ist es interessant, sich über die Erlebnisse auszutauschen. Das Schönste ist aber, wenn man bei einem Künstler von Anfang an dabei ist, wie zum Beispiel bei Felix Jaehn. Ich bin immer auf der Suche nach neuen DJs.

Scenario: Was sind die Vorteile, nachts zu arbeiten, anstatt zu den gängigen Tageszeiten?
Jan-Christian: Ich habe Mitleid mit meinen Radio-Kollegen, die morgens arbeiten müssen, denn sie müssen um drei Uhr in der Nacht aufstehen. Ich arbeite meistens in der Nacht, da ich super schlafen kann, wenn es wieder hell wird. Wenn ich zu Hause bin und mich vorbereite, habe ich eine gewisse Ruhe – und es ist praktischer.

Scenario: Welche Musik hörst Du privat?
Jan-Christian: Ich gehe zwar selten privat in Clubs zum Tanzen, aber wenn, dann auch mal gerne zu altem deutschen Hip Hop.

Scenario: Was sind Deine Ziele für die Zukunft, Jan-Christian?
Jan-Christian: Einen Meilenstein gibt es nicht. So wie es im Moment ist, bin ich sehr zufrieden. Den Mix aus Open-Air und Sets im Club genieße ich – gerne auch noch für die nächsten zehn Jahre.

Scenario: Hast Du Ratschläge für junge Menschen, die in die Musikbranche einsteigen wollen?
Jan-Christian: Es reicht nicht, gut aufzulegen, man braucht etwas Besonderes, einen Zusammenhang. Bei mir ist es die Bekanntheit durch das Radio. Für alle, die eigene Songs produzieren wollen, wäre mein Ratschlag, einen eigenen Sound zu finden und online die Stücke zu publizieren. Mails verschicken, in Netzwerken hochladen und im Idealfall wird der Originalinterpret bzw. das Publikum auf einen aufmerksam.

Scenario: Wie lange brauchst Du jeden Morgen für Deine Frisur? Was ist Dein Geheimnis?
Jan-Christian (lacht): Das ist ein streng gehütetes Geheimnis, aber der Trick ist mein Rider (Anm. d. Red.: Ein Wunschzettel, den Künstler vor ihren Auftritten abgegeben können). Normalerweise stehen Getränkewünsche oder Süßigkeiten darauf, bei mir sind es dafür der richtige Haarlack und das richtige Haarpuder. Das bringt die Frisur auch in den heißesten Clubs nicht durcheinander. Erst Puder als Grundlage, dann Lack, um zu fixieren.

Den DJ sehen? Jan-Christian Zeller legt bei der „1Live Charts Party Halloween-Edition“ am 31. Oktober ab 22.30 Uhr im Landschaftspark Duisburg-Nord auf.

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