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Interview mit Plastik Funk: Nur zehn Wochen im Jahr zu Hause

Lucas Kurth 14. Dezember 2018 15:44

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    Der Name ist Programm: Plastik Funks Sound ist tanzbar – und plastisch. Hinter den Turntables fühlt sich Rafael immer am wohlsten – ganz egal, in welcher Stadt er gerade auflegt.

Tomorrowland, Parookaville, World Club Dome, Smag Sundance – da, wo es elektronisch abgeht, ist „Plastik Funk“ alias Rafael nicht weit. Als DJ jettet er um die Welt – für einen Boxenstopp nahm er sich für uns Zeit und erzählte, was seine Heimatstadt für ihn bedeutet und was auf Tour nicht fehlen darf.

Scenario: Rafael, Du hattest neulich die Ehre, die „Big City Beats World Club Dome Winter Edition“ in Düsseldorf zu eröffnen. Was war das für ein Gefühl, als Erstes vor so vielen Menschen zu spielen?
Plastik Funk: Es ist natürlich nicht mein erster „World Club Dome“, ich habe vorher auch schon in Korea oder Frankfurt gespielt. Dennoch ist es natürlich etwas Besonderes hier aufzulegen, da es meine Heimatstadt ist. Man sieht in der Menge so viele bekannte Gesichter.

Scenario: Du bist in Madrid geboren und in Grevenbroich aufgewachsen. Wo siehst Du Deine Heimat und wo fühlst Du Dich zu Hause?
Plastik Funk: Dadurch, dass ich halb Spanier und halb Deutscher bin, sehe ich zwei Orte als mein Zuhause an: einmal Neuss und einmal Ibiza. Dort bin ich den ganzen Sommer. Ansonsten bin ich viel unterwegs. Vor Kurzem sagten meine Freunde zu mir, dass ich in diesem Jahr nur zehn Wochen daheim war. Das Flugzeug ist meine Heimat.

Scenario: Wie ist der Name „Plastik Funk“ entstanden?
Plastik Funk: Ich habe immer Funk und House-Musik gespielt. Dann haben wir uns gefragt, was für ein Name gut dazu passt. Zusätzlich behaupten die Leute immer, dass Tanzmusik sehr plastisch ist. Wir fanden es einen coolen Namen, der uns beim Abendessen eingefallen ist.

Scenario: Deine Wahlheimat Düsseldorf ist nicht als Schwerpunkt der elektronischen Musik und House Musik bekannt. Woran liegt das Deiner Meinung nach?
Plastik Funk: Ich weiß nicht, woran es liegt. Düsseldorf war früher in NRW und in ganz Deutschland eine Hochburg. Aktuell findet gerade das Aussterben einzelner Clubs statt, was auch an der Vielzahl an Festivals liegt. Für die Clubs wird es so verdammt schwer. Ich glaube, sie kommen wieder – aber in anderer Form.

Scenario: Was ist der verrückteste, lustigste oder traurigste Moment, der Dir auf Tour passiert ist?
Plastik Funk: Da wir als Team unterwegs sind, passiert einiges. Einmal waren wir sieben Tage lang unterwegs und haben verpennt. Dazu kam der Zeitunterschied und wir haben den Wecker immer später gestellt. An einem Tag hatten wir so nur 60 Minuten vom Hotel in den Flieger. Gott sei Dank schafften wir es, nur eine Tasche und ein Schuh sind auf der Strecke geblieben. Im Nachhinein war es lustig, auch wenn es uns in dem Moment nicht so vorkam.

Scenario: Hast Du ein Ritual, bevor Du auf die Bühne gehst?
Plastik Funk: Ein Teamritual ist, dass wir vor jeder Show zusammen anstoßen und uns einschwören.

Scenario: Vor Kurzem hast Du den Song „Like Me“ veröffentlicht. Was bedeutet er Dir?
Plastik Funk: Es ist was Besonderes, da es mein erster Song mit Sony Music ist. Bis der Track fertig war, hat es eine ganze Weile gedauert. Der Entwurf war in zwei Tagen fertig, das Feintuning brauchte seine Zeit. Das ist der Startschuss einer neuen Ära. Für 2019 ist vieles geplant.

Scenario: Gibt es in NRW Clubs, in denen Du besonders gerne spielst?
Plastik Funk: Einen Lieblingsclub gibt es so nicht, weil ich viel auf Festivals spiele. Wo ich gerne neben dem World Club Dome spiele, ist das Smag Sundance Open-Air. Das ist ein Highlight im Sommer.

Scenario: Was planst Du in der nahen Zukunft?
Plastik Funk: Ich war fleißig. Im Januar kommen zwei Singles.

Scenario: Was muss bei jedem Auftritt mit dabei sein?
Plastik Funk: Unterwegs auf jeden Fall meine Kopfhörer, damit ich keine Nebengeräusche höre und um mich zurückzuziehen. Der Rucksack ist so sortiert, wie ich ihn brauche. Aus dem Grund gebe ich nie meine Tasche ab. Auf der Bühne mag ich es gerne aufgeräumt.

Plastik Funk tourt um die Welt, macht aber auch Station in unserer Nähe:
Smag Sundance Family & Friends Mega Party
Samstag, 15. Dezember, 22 bis 6 Uhr
Delta Park, Frohnhauser Str. 75, Essen
Mehr Infos auf: www.smagsundance.de/family-and-friends-2018

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