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Spitzenspiel gegen Bayern: Tedesco fordert Mut in München

Frank Leszinski 10. Februar 2018 07:47

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    Outet sich als Fan von Bayern-Trainerkollege Jupp Heynckes: Schalke-Coach Domenico Tedesco. Foto: Ina Fassbender

GELSENKIRCHEN Schalke 04 zu Gast beim FC Bayern (Sa. 18.30 Uhr / Sky) - das ist diesmal auch das Duell zweiter Trainergenerationen. Auf der einen Seite der 72 Jahre alte Jupp Heynckes, der als Spieler und Trainer auf eine glanzvolle Karriere zurückblickt und die Bayern durch seine souveräne Art der Mannschaftsführung wieder auf Erfolgskurs gebracht hat. Und auf der anderen Seite Domenico Tedesco, der mit seinen 32 Jahren zur jungen Trainergarde gehört, die in der Bundesliga für Furore gesorgt hat.

Der Respekt von Tedesco vor der Lebensleistung von Heynckes ist groß. „Er ist jemand, zu dem ich aufsehe, ein Vorbild, der einen tollen menschlichen Umgang pflegt. Seine Interviews schaue ich mir gern an, weil er immer sehr sachlich ist“, schwärmte der Schalker Coach.

Auch Schalke-Manager Christian Heidel ist ein Fan des Bayern-Trainers. „Er war das Idol meiner Jugend. Als kleiner Junge war ich Fan von Borussia Mönchengladbach und trug ein Trikot mit der Rückennummer elf“, erzählte Heidel.

Die Lobeshymnen von Trainer und Sportvorstand der Königsblauen gehen jedoch nicht soweit, dass sie die Bundesligapunkte brav in München lassen wollen. Im Gegenteil, Tedesco richtete sogar eine kleine Kampfansage an den großen Favoriten, der mit 18 Punkten Vorsprung höchst souverän die Tabelle anführt. „Wir fahren nach München, um drei Punkte zu holen, sonst könnten wir ja gleich in Gelsenkirchen im Bett liegen bleiben“, betonte der 32-Jährige.

Doch wie soll das gelingen beim Deutschen Rekordmeister, wo Schalke zum letzten Mal in einem Pflichtspiel am 2. März 2011 gewann? Damals setzten sich die Blau-Weißen mit 1:0 im DFB-Pokal durch. Es folgten zwölf FCB-Siege und drei Unentschieden.

Tedesco will die Bayern mit einer mutigen Spielweise herausfordern und damit der Horrorserie ein Ende bereiten. Dazu gehört zum Beispiel ein hoher Ballbesitzanteil und frühzeitige Gegenwehr bei Bayern-Angriffen. Tedesco: „Sie werden versuchen, uns zu erdrücken. Da müssen wir clever sein, um atmen zu können. Wir brauchen Frische und Fitness und müssen in manchen Situationen mannorientiert, in anderen raumorientiert agieren.“

Die personelle Situation bei den Königsblauen hat sich im Vergleich zum Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg nicht verändert. Allerdings wird Tedesco zu einer Umstellung gezwungen wegen der Sperre von Matija Nastasic. Die wahrscheinlichste Variante sieht vor, dass Benjamin Stambouli in die Startformation zurückkehrt und auf der rechten Seite in der Innenverteidigung verteidigt. Thilo Kehrer rückt nach links in der Dreierkette, während Naldo Abwehrchef im Zentrum bleibt.

Tedesco brachte gestern aber auch eine Umstellung auf eine Viererkette ins Spiel, wo Kehrer (rechts) und Bastian Oczipka (links) als Außenverteidiger fungieren würden, während Stambouli und Naldo im Zentrum verteidigen.

Natürlich werden sich viele Augen heute auch auf Leon Goretzka richten, der bekanntlich zu den Bayern wechselt. Tedesco glaubt jedoch nicht, dass der Nationalspieler gehemmt in die Partie geht. „Das motiviert Leon eher noch mehr. Große Aufgaben pushen ihn.“ Und die Bayern sind zweifelsohne eine große Aufgabe für S04.

So könnte Schalke spielen:
Fährmann - Stambouli, Naldo, Kehrer - Meyer, Goretzka - Caligiuri, Oczipka - Harit, Burgstaller, Pjaca

 

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