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Hebewerks-Baustelle: Entscheidung gefallen: Die Brücke bleibt

Martin Behr 07. Juni 2018 13:17

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    Seit mittlerweile fünf Monaten steht die Brücken-Baustelle am Hebewerk still.

Waltrop Die Entscheidung ist am Donnerstagvormittag gefallen: Das Brücken-Bauwerk am Schiffshebewerk wird nun doch eingebaut - mit allen Mängeln.

Die Arbeitsgemeinschaft Stahlbau Magdeburg/Wilhelm Scheidt sei den Forderungen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) vollumfänglich nachgekommen, sagt der WSA-Verantwortliche Oliver Jaswetz am Donnerstag auf Nachfrage.

Bereits Ende April hatte WSA-Leiter Volker Schlüter im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt, dass man keine Kompromisse mehr eingehen werde. So werden etwa die Kosten, die anfallen, um die Mängel an dem Bauwerk zu kaschieren, nicht als zusätzliche Leistung bezahlt.

Noch vor wenigen Tagen sah die Gemengelage anders aus. Die ausführende Fachfirma hatte nämlich erneut eine Frist verstreichen lassen. Die Behörde hatte auch verlangt, dass höhere finanzielle Sicherheiten zu hinterlegen seien. Für den Fall der Fälle. Die Aussagen der Arge seien bis Freitag „wieder mal nicht eindeutig gewesen“, sagt Oliver Jaswetz. Das hat sich nun geändert. Am Donnerstag hat die Arge Stahlbau Magdeburg/Wilhelm Scheidt laut WSA eingelenkt.

Was bisher schief lief: Zunächst fehlten Genehmigungen für die Schwertransporte, die die einzelnen Brückenteile durch halb Deutschland bis nach Waltrop transportieren sollten. Das war im August 2017. Zeitverzug: drei Wochen. Als sämtliche Bauteile im September eingetroffen waren, folgte das nächste Problem: Nicht alle Stahl-Elemente passten zusammen. Es musste nachgebessert werden. Zeitverzug: wieder mehrere Wochen. Als die Brücke dann Ende November bereit zum Überschub neben dem Kanal lag, stellte sich eine neue Frage: Ist der ausgesuchte Abstellplatz für den 750-Tonnen-Mobilkran überhaupt sicher? Denn da, wo das Ungetüm eigentlich stehen sollte – auf dem stabilen Beton eines Brücken-Widerlagers –, konnte er nicht stehen, weil die Bauvoraussetzungen das noch nicht hergaben. Es folgte ein erneutes Kommando zurück. Der Ärger wurde aber noch größer: Die Fahrbahn-Übergangskonstruktion, die aus Ungarn kam, fehlte noch. Ohne dieses Bauteil konnte die Brücke nicht mit der Straße verbunden werden. Nachdem Ende Dezember der Überschub endlich stattfand, wurde deutlich: Es gibt etliche weitere Mängel am Bauwerk (Stahlträger bog sich zu stark durch, fehlende Überhöhung, Konstruktionsfehler an einer Brücken-Ecke u.a.).

All diese Fehler können nicht mehr repariert werden, sehr wohl aber kaschiert. Eine Lösung, der das WSA nun unter Auflagen zugestimmt hat, weil die Sicherheit dennoch gegeben sei. Wann die Arbeiten vor Ort weitergehen, kann Oliver Jaswetz erst sagen, wenn ihm ein neuer Bauzeitenplan vorliegt. „Den sollen wir irgendwann im Juni bekommen.“

Einen Kommentar zum Thema von WZ-Redakteur Martin Behr gibt es am Freitag in der Print-Ausgabe unserer Zeitung und im e-Paper.
 

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Kommentare

Lächerlich
von GuteFee1 am 07.06.18 13:57 Uhr

Das ist alles wirklich nur noch schwer hinnehmbar. Dieses Jahr wird das doch eh nichts mehr mit dieser Brücke. Sollten lieber alle Ihren Hut nehmen und anderen den Job überlassen, die mehr Ahnung haben.

jetzt aber hurtig
von Oberwieserin am 07.06.18 14:06 Uhr

Da ist einiges geschehen was nicht wieder gut zu machen ist, bei Anliegern und betroffenen Gewerbetreibenden. Ich will das meine Söhne nach den Sommerferien wieder die reguläre Linie 231 durch Oberwiese nach Waltrop nutzten können.Verdammt nochmal! Andreas Walgenbach

Erster Tieflader an Baustelle
von Oberwieserin am 07.06.18 14:09 Uhr

Ein eester Tieflader mit Bagger ist angerückt. Aufschrift:

www.Brueckenabbruch.de.

In echt☺

Nicht euer Ernst!!!
von IckeDerEr85 am 07.06.18 15:56 Uhr

Bei dieser Planung ging doch wohl einiges Schief, und keiner will der Schuldige sein? Existenzen gingen dadurch zu Bruch und das interessiert keinen? Und jetzt Das? Wer hat alles die Finger im Spiel? Schämen solltet ihr euch!!!

Liebes WSA
von Momo am 07.06.18 16:27 Uhr

Macht euch doch mal gedanken über eine Wiedergutmachung , ihr mit eurer großartigen Leistung Betriebe und Existenzen zerstört, unzähligen Pendler Umwege beschert und Zeit gestohlen und Ärger produziert habt ,es wäre an der Zeit sich für die schlamperei zu entschuldigen. Aber wahrscheinlich geht euch das am Ar..... vorbei.

mit allen Mängeln!!!!
von Elektrojonny am 07.06.18 17:08 Uhr

d. h.: Geschwindigkeitsbeschränkung oder eingeschränkte Belastung oder
Ampelverkehr. Bin gespannt, mit welchen Auflagen die Brücke übergeben wird.
Man kann nur noch staunen, welche hochstudierten Bürotisch-Experten hier am Werk sind.

Der Magdeburger Stahlbau GmbH sollten sämtliche Konzessionen entzogen werden!
von h.schneider am 07.06.18 19:38 Uhr

Die Arbeit, die dort abgeliefert wird kann nur mit 6- benotet werden. Ungenügender geht es schon gar nicht mehr. Die ausführende Baufirma hat sicherlich grundlegende und schwerwiegende Fehler gemacht. Allerdings möchte ich die Herren Beamte des WSA auch nicht von jeglicher Schuld freisprechen. Bei dieser elendig langen Fehlerreihe auch schon frühzeitig jemand mit der Faust auf den Tisch hauen müssen. Aber beim WSA ist auch eher weggeschaut worden, nach dem Motto "ist ja nicht meine Kohle, die da verbraten wird. Der dumme Steuerzahler kommt schon dafür auf!"

im Ergebnis
von maulwurf am 07.06.18 22:55 Uhr

hat man ein kaputtes Bauwerk durch ein neues kaputtes Bauwerk ersetzt. Ein echter Fortschritt. Man wollte einfach vom WSA nicht tolerieren, dass zunächst ein einwandfreies Bauwerk erstellt wird und die Bürger dann jahrelang auf den kaputten Zustand warten müssen.
Jetzt drehen die WSA Verantwortlichen die Sache auch noch auf dem Kopf und behaupten, dass keine Kompromisse eingegangen werden (Hallo!! wer ein Schrottbauwerk übernimmt und dafür auch noch den vollen Kaufpreis zahlt (das machen in der freien Wirtschaft nur Idioten oder im öffentlichen Bereich Leute, die hart erarbeitete Steuergelder anderer Leute verschwenden) , der geht doch wohl jede Menge Kompromisse ein.
Warten wir also auf die Insolvenz der Stahlbaufirma und der Steuerzahler darf die jahrelangen Sanierungskosten tragen (der Einbehalt wird dafür nicht reichen) und was noch ärgerlicher ist: die Brücke wird auch zukünftig für Sanierungsmaßnahmen gesperrt werden. Dank der Genies vom WSA: mit Sicherheit monatelang.

Wollte nicht auch eigentlich....
von ckriegel am 09.06.18 08:22 Uhr

...der V & E jede Woche die Straße Am Felling überprüfen und ausbessern. Ich sehe ja ein, dass das eine Sisyphus-Arbeit ist. Aber gefühlt (man kann die Schlaglöcher ja wirklich fühlen) ist da seit Wochen nichts passiert.

Und es bewegt sich....NICHTS!
von Oberwieser am 21.06.18 09:30 Uhr

An der Brücke tut sich weiterhin nichts. Nun schon wieder 14 Tage verstrichen. Bei der Str. am Felling werden vom V+E kleinere Löcher ausgebessert, wirkt aber wie der Topfen auf dem heißen Stein. Andread Walgenbach

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